Geduld zahlt sich aus

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Auch in der Champagne, einem der nördlichsten Weinbaugebiete Europas, scheint oft die Sonne. Manchmal sogar zuviel, wie im Hitzejahr 2003. Dass man dennoch große Schaumweine produzieren kann, zeigt Dom Pérignon mit dem aktuellen Plénitude 2.

2003 meinte es nicht gut mit der Champagne. Zuerst ein sehr kalter Frühling mit Spätfrost, der über zwei Drittel der potentiellen Chardonnay-Ernte im Hause Dom Pérignon vernichtet hatte. Dann kam die glühende Hitze, die zu einem rasanten Wachstum führte, sodass die Ernte bereits im August beginnen musste.

Für viele Champagner-Häuser war 2003 also ein Jahr zum Vergessen. Doch weil fast alle Schaumweine aus der Champagne als Jahrgangsverschnitte produziert werden, konnten die meisten Marken diese Schwierigkeiten relativ problemlos ausgleichen. Schließlich waren die Keller noch mit dem großartigen 2002er voll und auch das Folgejahr 2004 war überdurchschnittlich gut. Auf die Füllung von 2003er-Millesimées verzichtete man zumeist.

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Kellermeister Richard Geoffroy mit seinem Nachfolger Vincent Chaperon in einem der Weingärten von Dom Pérignon.

Bei Dom Pérignon geht das nicht, denn in hier werden nur Jahrgangs-Champagner gefüllt. Um dennoch eine halbwegs zufriedenstellende Menge auf den Markt zu bringen, hat sich Kellermeister Geoffrey dazu entschieden, vom bewährten Verhältnis 70 % Chardonnay zu 30 Prozent Pinot Noir abzugehen und erstmals seit Jahrzehnten mehr Pinot Noir als Chardonnay zu verwenden.

„Solche Entscheidungen treffen wir nicht leichtfertig, aber so ist es eben, wenn man Jahrgangs-Champagner keltert. Natürlich unterscheidet sich die Stilistik des 2003ers ein wenig von seinen Vorgängern. Er ist ein bisschen voller und die Zitrusnote ist dezenter. Aber er es ist würdiger Vertreter unseres Hauses“, erklärte Richard Geoffroy bei der Präsentation des 2003er Dom Pérignons vor neun Jahren.

Weitere neun Jahre später spricht man in exklusiven Schaumwein-Circles erneut vom Jahrgang 2003. Anlass ist die Präsentation des aktuellen Plénitude 2, jener legendären Spätfüllung von Dom Pérignon, die erst 17 Jahre oder mehr nach der Ernte erfolgt. Das passiert nicht mit jedem Jahrgang. So manch einer war erstaunt, dass es auch vom problematischen Jahrgang 2003, das noch dazu durch eine extrem kleine Ernte geprägt war, eine Plénitude gibt.

Über genaue Produktionszahlen hält man sich bei Dom Pérignon seit jeher bedeckt, doch dass die Flaschenanzahl unter dem Schnitt liegt, konnte Jürgen Ebinger von Moët Henessy Österreich, der die Verkostung in der exklusiven Wiener Champagner-Bar Capsule leitete, bestätigen.

Jürgen weiter: “Mit seinem hohen Pinot Noir Anteil tanzt der 2003er ein bisschen aus der Reihe. Aber es ist ein toller Wein, den wir unseren Fans nicht vorenthalten wollen, nachdem wir uns gut 17 Jahre im Keller um ihn gekümmert haben.“

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In der Nase zeigen sich dezent florale Noten, die von Dörrobst und reifen Feigen abgelöst werden. Am Gaumen kommt eine feine Würzigkeit hinzu, die in einem salzigen, sehr mineralischen Finale mündet. Im Gegensatz zu anderen Plénitudes fehlt ein wenig die elegante Frische, dafür kontert der 2005 mit einer Extraportion Struktur und Mineralität.             

Diese Rarität hat natürlich ihren Preis. Um 400 Euro ist der Dom Pérignon 2003er Plénitude ab sofort im Capsule-Salon de Champagne erhältlich. Viel Geld – zweifellos. Und doch wird auch diese Rarität wie alle P2s zuvor rasch ausverkauft sein.

Aber man kann sich ja mit anderen Spezialitäten aus dem Hause Dom Pérignon trösten. Aktuell ist dies der Jahrgang 2010 bevor im Herbst der 2012 in den Verkauf gelangt. Eine echte Rarität ist der Dom Pérignon Rosé, der immer erst ein paar Jahre nach dem Brut heraus kommt und preislich in der gleichen Liga wie der P2 spielt. Der aktuelle Jahrgang ist 2006. Erhältlich unter anderem auf Vinorama.at.

 

Text: Wolfgang Schedelberger

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