„Was gibt es heute?“
„Weiß ich noch nicht.“
„Bitte nichts mit Gemüse.“
„?“
„Ich weiß, es ist jetzt Frühling, aber ich fühle mich nicht nach etwas Grünem.“
„Wonach denn?“
„Nach Jakobsmuscheln.“
„Geht’s noch, Lilly?“
„Mami, du kochst viel zu selten Jakobsmuscheln.“
„Ja, eh, weil sie ein Vermögen kosten und ich zufälligerweise mit dir Mathe, Geo und Religion neben meiner Arbeit lernen muss und nicht die Zeit habe, beim Fischhändler deines Vertrauens am Großgrünmarkt frische Krustentiere zu shoppen!!!“
„Schon gut, schon gut. Kannst du wenigstens Garnelen machen?“
„Lilly!!!“
„Dann eben etwas Fernöstliches.“
„Du hast Ansprüche. Aber bitte schön. Huhn aus dem Wok?“
„Schon wieder?“
„Lil…!!!!!!!“
„Okay, okay, aber bitte überlege dir etwas Besonderes, irgendetwas, was wir noch nie hatten.“
Das hat man davon, wenn man die kulinarische Erziehung seiner Kinder ernst nimmt und sie zu Hedonisten mit High-Class-Ansprüchen macht. Mit dem Rezept für dieses Zitronenhuhn kam ich aber ganz gut durch – bestechend einfach, schnell und frisch wie der Frühling.


